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Spracherfahrungen ehemaliger AustauschschülerInnen
eine biographieanalytische Annäherungan an leibliches Spracherleben
Elisabeth Mayer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Roswitha Breckner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.33346
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29128.45983.154064-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In dieser Masterarbeit wurde folgender soziologischen Frage nachgegangen: Wie erleben ehemalige AustauschschülerInnen Sprachen leiblich in ihrer Biographie? Durch Internationalisierung und Globalisierung gewinnt Mehrsprachigkeit an Bedeutung, wobei mit „Sprache“ meist eine rein kognitive Leistung, gemeint ist. Diese Sprachauffassung ist aus der Sicht der phänomenologischen Soziologie zu einseitig. Erstens wird nicht beachtet, dass jede Person ohnehin mehrsprachig ist (vgl. Busch u.a. 2012) Das Sprachrepertoire ändert sich im Laufe des Lebens, vor allem auch durch Mobilitätserfahrungen. Zweitens sind Sprachen nicht nur eine kognitive Fähigkeit, sondern sie werden auch leiblich erlebt. Laut Merleau-Ponty (1966) ist es unser Leib, der jeder Wahrnehmung und jedem Verstehen vorausgeht. Der Sinn der Sprache besteht nicht nur im Wortlaut, sondern im Leibverhalten, das über die Erlebensweise erforscht werden kann (vgl. ebd. 1966: 214). Das leibliche Spracherleben wurde mit vier narrativ-biographischen Interviews (Schütze 1977) mit ehemaligen AustauschschülerInnen erforscht, die nach Rosenthal (u.a. 1995) ausgewertet wurden. Ein Fall wurde vollständig rekonstruiert. Bei den anderen drei Interviews erfolgten Globalanalysen. Resultat ist eine vorläufige Typenbildung: Typus 1 verweist auf Biographien, in denen Sprachen vor allem mit kultureller Differenz und Fremdheit verbunden werden. Bei Typus 2 zeigt sich, dass Sprachen über Sexualität und körperliche Gewalt unmittelbar am Körper erfahren und leiblich erlebt werden können. Bei Typus 3 wird die Bezugssprache problematisch erlebt, da sie die Kommunikation mit anderen Menschen erschwert. Über einen neuen Sprachzugang, bei dem nicht Sprachkonventionen, sondern körperbetontes Sprechen im Vordergrund steht, wird bei diesem Typus versucht, das Sprachproblem zu überwinden.
Abstract
(Englisch)
In the Master thesis I answer to the following question: How do former exchange pupils experience languages in their biography through their lived body? Through internationalization and globalization, multilingualism, which in this context is defined as the acquisition of vocabulary and sentence structures and thus a purely cognitive accomplishment, is gaining importance. However, this conception of language is too one-sided from the perspective of phenomenological sociology. Firstly, it is not considered that any person is multilingual (cf. Busch 2012).The language repertoire changes over the course of a person’s lifetime and is especially influenced by mobility experiences. Secondly, languages are not only a cognitive ability but they are also experiences embedded in the lived body (cf. Merleau-Ponty 1966). The lived body language experience was explored with narrative-biographical interviews (Schütze 1977) with four former exchange pupils. The evaluation was conducted by following Rosenthal´s case reconstruction (1995). The result is a temporary type formation: Type 1 refers to life stories in which languages are connected above all with cultural difference and foreignness. Type 2 shows us that languages can be experienced firsthand on the physical body as well as by the lived body through sexuality and physical power. Type 3 shows that the language somebody has been socialized with can be experienced in a problematic way because it complicates communication with other people. A new access to languages that does not mainly refer to linguistic conventions, but to speech with an emphasis on body language is developed to overcome the language problem.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Language experiences lived body biography case reconstruction exchange pupils phenomenology Sociology
Schlagwörter
(Deutsch)
Spracherfahrungen leibliches Spracherleben Biographie Fallrekonstruktion Austauschschuljahr /Phänomenologie Soziologie
Autor*innen
Elisabeth Mayer
Haupttitel (Deutsch)
Spracherfahrungen ehemaliger AustauschschülerInnen
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine biographieanalytische Annäherungan an leibliches Spracherleben
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
124 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Roswitha Breckner
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.20 Soziolinguistik: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.23 Mehrsprachigkeit ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
71 Soziologie > 71.51 Werte, Normen ,
71 Soziologie > 71.79 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.94 Internationale Beziehungen: Sonstiges
AC Nummer
AC11787640
Utheses ID
29618
Studienkennzahl
UA | 066 | 905 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1